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Licht und Sicht


„Sehen und gesehen werden“ ist die Grundvoraussetzung für eine sichere Fahrt – umso mehr noch bei schlechten Sichtverhältnissen in der kommenden dunklen Jahreszeit.

Schlechte Sichtverhältnisse erhöhen das Unfallrisiko. Das leuchtet allen ein. Dennoch ist speziell der Bereich „Beleuchtung und Elektrik“ der traurige Spitzenreiter der aktuellen Mängelstatistik der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung. Dabei ist eine Abhilfe vergleichsweise einfach. Hier sind ein paar nützliche Tipps:

Lieber mit Licht
Auch ohne Tagfahrlichtpflicht sind Sie trotzdem gut beraten, möglichst immer Ihr Abblendlicht zu nutzen. Es ist spätestens bei Dämmerung und Dunkelheit sowie wetterbedingt erschwerten Sichtverhältnissen zwingend vorgeschrieben (§17 & 18;StVO). Aber auch am helllichten Tag sind Sie mit zugeschaltetem Abblendlicht durch andere Verkehrsteilnehmer schneller und besser zu erkennen. Für den permanenten Lichtbetrieb empfiehlen wir spezielle Daytime-Glühlampen. Sie sind zwar teurer als die üblichen, halten aber auch fünf Mal länger. Unabhängig, welches Leuchtmittel Sie nutzen, ein Ersatzset sollten Sie im Auto haben. Beim Ausfall einer Lampe sollte stets paarweise ausgewechselt werden, da die noch intakte erfahrungsgemäß kurz darauf ihren Dienst versagt. Die Glühlampen dürfen nicht mit bloßen Fingern angefasst werden, da schon geringste Fett- oder Schweißrückstände sich fest einbrennen und die Lichtausbeute der Glühlampen verringern

Glühlampen im Vergleich
Am schlechtesten schneiden konventionelle Wolfram-Glühwendel-„Temperaturstrahler“ ab. In ihnen verdampfen Teilchen der Glühwendel und schlagen sich am Glaskolben nieder. Diese Trübung mindert die Leuchtkraft. Bei moderneren Halogenstrahlern verdampfen zwar ebenfalls Teilchen, doch zerfallen diese – mit dem Umweg über eine chemische Verbindung – wieder an der heißen Wolfram-Wendel. Dieser Kreislaufprozess hält den Glaskolben „sauber“. Zudem sind die Halogenlampen leistungsstärker und langlebiger. Neuester Stand der Lichttechnik sind Gasentladungslampen (ohne Glühwendel), bei denen in einem kleinen Quarzkolben mit Xenon-Edelgas und Metallsalzen ein Lichtbogen zwischen den beiden Wolfram-Elektroden zündet. Xenon-Lampen bieten die beste Lichtausbeute und halten nahezu ein Autoleben lang.
Bei den Lampen sollten Sie generell auf Qualitätsprodukte mit UV-Schutz zu achten, um ein Eintrüben der Kunststoffstreuscheiben zu vermeiden. Auch das würde die Lichtwirkung vermindern. Gerade die immer effektiver werdenden Scheinwerfer erfordern jedoch auch eine blendfreie Einstellung. Nutzen Sie im Oktober den kostenlosen „Licht-Test“, der in vielen Werkstätten als Gemeinschaftsaktion des Kraftfahrzeuggewerbes und der Deutschen Verkehrswacht e.V. angeboten wird!

So sorgen Sie für klare Sicht
Verschmutzte Scheiben erschweren nicht nur den Durchblick, sie verursachen auch stark blendendes Streulicht. Saubere Scheiben sind ein absolutes Muss – selbstverständlich außen und innen! Zur Reinigung raten wir zu speziellen Scheibenreinigungskonzentraten. Achtung: Viele Haushaltsreiniger, vor allem Geschirrspülmittel, verursachen nämlich einen Nachschleier mit irritierenden Lichtreflexen. Für die Innenscheiben ist ein Antibeschlagzusatz ratsam. Ständig beschlagene Scheiben, die im Winter auch innen Eiskratzen erforderlich machen, sind oft ein Indiz für „Wassereinbruch“ – tröpfchenförmigen Eintritt von Wasser an undichten Stellen beispielsweise von Türdichtungen oder Kabeldurchlässen zum Motorraum – dem fachmännisch auf den Grund gegangen werden muss. In diesem Zusammenhang empfiehlt die GTÜ die regelmäßige Kontrolle der Entwässerungsöffnungen unter den Türen auf mögliche Verschmutzungen. Wenn durch die unumgängliche Feuchtigkeit durch Atmung der Insassen oder regenfeuchte Kleidung die Scheiben beschlagen, hilft am wirksamsten, die Heizung aufzudrehen und das Gebläse auf starker Stufe voll auf die Scheiben zu richten. Bei Temperaturen über 5 Grad Celsius sorgt auch der Einsatz der Klimaanlage für trockenere Atmosphäre, weil der Luft Feuchtigkeit entzogen wird.

Halten Sie Ihre Scheibenwischanlage fit!
Bei der Scheibenwischanlage ist neben dem Reinigungskonzentrat auf ausreichend Frostschutzmittel zu achten. Doch sollten selbstkreierte „Wasser-Spiritus-Spüli-Mixturen“ der Vergangenheit angehören, um Schmierfilme, verstopfte Düsen und Schläuche sowie zersetzende Wirkung auf Gummi, Kunststoff oder gar Lack mit Sicherheit ausschließen zu können. Verwenden Sie stattdessen Qualitätsprodukte. Hiervon gibt es eine Vielzahl bereits gebrauchsfertiger Mischungen und entsprechender Einzelkonzentrate. Achten Sie darauf, dass die Produkte für Fächerdüsen und Polycarbonat-Scheinwerferscheiben geeignet sind und halten Sie sich an die jeweiligen Dosierhinweise – also Verdünnung mit Wasser, um die besten Resultate zu erzielen. Als Frostschutz in unseren Regionen reicht die Mischung bis -20 Grad Celsius. Zum Einfüllen von Einzelkomponenten gilt die Reihenfolge: erst Frostschutz, dann Wasser und schließlich Reinigungskonzentrat. Gelegentlich sind die Spritzdüsen zu prüfen und gegebenenfalls zu reinigen.
Die Wischblätter leisten Schwerstarbeit unter extremen Temperaturbedingungen und Verschmutzungen – sie erbringen lediglich etwa ein halbes Jahr lang die beste Wischqualität. Beim Wischblattwechsel raten wir zu Markenerzeugnissen aus hochwertigem Kautschuk. Vermeiden Sie unnötige Abnutzung durch längeres Trockenwischen.

Was tun bei beschädigter Frontscheibe?
Kratzer auf der Frontscheibe verursachen Lichtbrechungen, auch Halo-Effekt genannt. Zudem beschleunigen sie den Abnutzungseffekt der Wischlippen. Steinschläge führen oft zu Mikrorissen, die sich plötzlich ausdehnen können. Bevor es soweit kommt, können Schäden auf der Außenseite fachmännisch ausgebessert werden. Krater bis 5 mm Durchmesser und davon ausgehende Sprünge bis 5 cm Länge sind reparabel. Sie dürfen jedoch nicht im unmittelbaren Fernsichtfeld liegen und auch nicht im Scheibendichtgummi enden.

Voller Durchblick beginnt am Auge
Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Für den vollen Durchblick ist auch die eigene Sehleistung ausschlaggebend. Und diese kann sich schleichend verschlechtern. Regelmäßige Augenkontrolle und bei Bedarf entsprechende Sehhilfen (selbstverständlich ebenfalls sauber gepflegt) sind in Ihrem ureigensten Interesse.